Tierschutzgeschichten

Tierschutzgeschichten – was für’s Herz

 

Tinka – nach zwei Jahren endlich wieder zu Hause!

Eine tierliebe Dame – sie meldete uns in diesem Jahr bereits zwei entlaufene Kater! – bemerkte eine Katze, die seit einiger Zeit in einer Schrebergartenanlage herumlief. Da die Katze zuerst aber nur unregelmäßig auftauchte, vermutete sie, dass sie in einem der umliegenden Häuser wohnen würde.

Als die Katze dann jedoch immer zutraulicher wurde und sofort angelaufen kam, wenn die Familie zu ihrem Schrebergarten ging, informierte die Dame uns.

Glücklicherweise war die Katze inzwischen so verschmust, dass ich mit dem Chipgerät nahe genug an sie heran kam – und siehe da, Tinka war gechipt. Sofort wurde bei TASSO angerufen – Tinka war im Juli 2015!! als vermisst gemeldet worden. Die Besitzerin wurde informiert, und schon wenige Minuten später rief sie an. Sie war gerade mit ihrer Familie in Urlaub und war erst mal ganz perplex, dass Tinka nach so langer Zeit gefunden worden war. Die Familie freute sich schon riesig auf ihre Rückkehr aus dem Urlaub. Bis dahin wurde Tinka weiter von der netten Familie im Schrebergarten versorgt, der übrigens keine 500 Meter von ihrem alten Zuhause entfernt war.

Am Tag der Rückkehr aus dem Urlaub brachten wir Tinka sofort zu ihrer überglücklichen Familie. Auch nach zwei Jahren schien Tinka ihr altes Zuhause wiederzuerkennen.

   

 

Sie erholt sich jetzt von den Strapazen, die das gefährliche Leben draußen mit sich bringt.

Da zeigt sich mal wieder, wie wichtig es ist, sein Tier chippen und registrieren zu lassen.

Und man sollte die Hoffnung, seine geliebte Katze wieder im Arm halten zu können, nicht so schnell aufgeben!

(von Brigitte Becker)


Manchmal brauchen auch Kaninchen unsere Hilfe!

Auf dem Weg zu einer Kastrationsaktion fiel mein Blick auf eine Wiese im Industriegebiet. Dort saß ein braunes Hauskaninchen.

Mir war gleich klar, dass es ausgesetzt wurde.

Ich holte sofort ein paar Karotten und versuchte mich – auf Knien rutschend – dem Tier zu nähern. Ich kam bis auf einen halben Meter heran, aber dann hoppelte es immer ein kleines Stückchen weiter. Hunger hatte es nicht – das war klar. Es gab ja genug Wildkräuter zu mümmeln.

Also beschloss ich, eine Lebendfalle mit Kaninchen-Leckereien zu bestücken. Ich ging auf die andere Straßenseite zum Waldrand. Von dort wollte ich das Kaninchen beobachten, als mein Blick auf ein anderes Kaninchen fiel. Ein kleines graues Langhaarkaninchen hockte panisch im Wald, tief geduckt im Efeu, mit weit aufgerissenen Augen.

Die Falle von gegenüber weiter im Blick versuchte ich, auch das andere Kaninchen mit einer Karotte anzulocken. Und es klappte tatsächlich! Das Kaninchen fand im Wald nicht genug zu essen und war hungrig. Dennoch war es extrem ängstlich und ließ sich nicht einfach so packen.

Mit war klar, dass ich nun wirklich Hilfe brauchte. Ich fuhr zur Feuerwehr, doch dort leitete man mich ans Ordnungsamt weiter und eine viertel Stunde später trafen wir uns schon wieder vor Ort. Ich hatte zum Glück einen Kescher und eine Box dabei sowie Bettlaken. Zu zweit gelang es uns relativ schnell, das langhaarige Tier einzufangen. Eine liebe Bekannte war sofort bereit, das kleine Kerlchen als Pflegetier aufzunehmen.

Nach dem ersten Tierarztbesuch wussten wir nun, dass es sich um einen kastrierten Kaninchenbock handelte. Außer sehr vielen Zecken war er gesund und munter.

Nicht so die kleine Kaninchendame. Sie war bereits in der niedrigen Hecke verschwunden, die sich komplett an der ganzen Wiese entlang schlängelte. Alles rütteln und schütteln an der Hecke nützte nichts. Das Kaninchen blieb verschwunden.

Im Laufe der Woche versuchte ich mit Hilfe von lieben Mitarbeitern einer angrenzenden Firma das Tier einzufangen. Wir haben ein Gehege ausprobiert, womit wir das Tier eingrenzen wollten. Wir haben mit sämtlichen Bettlaken die Hecke abgedichtet, um das Kaninchen am verkriechen zu hindern. Wir haben verschiedene Leckerchen in der Lebendfalle ausprobiert – doch es sollte alles nicht zum Erfolg führen.

Mein letzter Ausweg schien der Tiernotruf e.V. in Düsseldorf zu sein, von dem ich wusste, dass sie eine Netzpistole haben. Und Stefan Bröckling war auch bereit, den weiten Weg zu uns zu kommen, um das Tier zu sichern.

Leider gab es am ausgemachten Termin auf der Autobahn einen schlimmen Unfall, der einen wahnsinnig langen Stau hinter sich herzog, so dass wir die ganze Aktion für diesen Tag abblasen musste. Es war wirklich zum verzweifeln!

Doch es kam noch ganz anders. Am selben Tag um 22 Uhr bekam ich die Nachricht einer Mitarbeiterin der Firma, wo das Kaninchen sich aufhielt. Sie und zwei Kollegen und ihr Mann hatten mit Bettlaken und Kescher das Tier eingegrenzt und tatsächlich fangen können!

Ich war überglücklich!

Leider zeigte sich beim Tierarzt, dass das arme Tier einen Abzess am Kiefer hatten und behandelt werden musste. Also nahm ich die Kleine in meine Obhut und versorgte sie medikamentös. Da wir aber nicht wirklich für Kaninchen ausgestattet sind und sich die Behandlung als sehr langwierig gestaltete, haben wir die Kaninchen in die Obhut des Leverkusener Tierschutzvereins gegeben, von dem wir wissen, dass Kaninchen dort nur in Gehegehaltung vermitteln werden.

Aber erst stand ja noch die Zusammenführung der beiden Findlinge an, denn es hieß, Kaninchen würden sich nach kurzer Zeit nicht mehr wiedererkennen. Ich wollte es dennoch versuchen, weil ich das Gefühl hatte, dass die beiden wieder zusammen sein sollten.

Vorsichtig setzte ich beide Kaninchen auf neutralen Boden, sprich: in unseren Flur.

Und siehe da: alles lief total entspannt ab! Erst hatten sie ein wenig Scheu vor dem jeweils anderen, dann knabberten beide an den frischen Wildkräutern, die ich gesammelt hatte. Nach zwei Stunden setzte ich das Böckchen für eine Stunde in den Käfig, damit er sich alles genau ansehen und beschnuppern konnte. Später machte ich den Käfig auf und irgendwann hopste die kleine Dame auch dazu. Es war gleich ein aneinanderkuscheln und putzen zu sehen. Wunderbar! Die Zusammenführung hatte geklappt!

     

Dame Möhrchen und Böckchen Müsli hatten sich wieder!

Nun wünschen wir den beiden bald ein wundervolles gemeinsames Zuhause! Und Möhrchen vor allem, dass sie wieder ganz gesund wird!

(von Kea Mensing)


Die Geschichte von Katze Wiesel…

Und wieder konnte eine vermisste Katze zurück nach Hause finden!

Danke an unser Mitglied Gabi Günther im Namen von Wiesel und ihrer Familie! Wieder zeigt sich, wie wichtig ein Mikro-Chip ist und wie wichtig es ist, die Mieze dann auch bei TASSO registrieren zu lassen! Nichts frustriert mehr, als eine gechippte Katze zu finden, die nicht registriert ist!

Bitte immer daran denken: ein Chip kann Eure vermisste Katze wieder nach Hause bringen – aber nur, wenn die Katze auch bei TASSO registriert wurde!

Wir freuen uns sehr, dass diese Geschichte ein gutes Ende nahm und die Besitzer ihre Mieze nach so langer Zeit wieder in die Arme schließen konnten!

Hier noch ein Bild von Wiesel – bereits wieder zu Hause.

Und ihre beiden Freunde: der schwarz-weiße Urmel wurde von unserem Verein zu der Familie Grussmann vermittelt


So nah und doch so fern…

Am Montag, den 31.01. wurde uns eine Fundkatze gebracht, die sich schon längere Zeit an einer Futterstelle in Köln Blumenberg aufhielt. Sie hat dort im Futterhäuschen gesessen und sich nicht heraus getraut.

Sie wurde zum Arzt gebracht, wo sie durchgecheckt und gechippt wurde. Die Mieze war es offensichtlich gewohnt, viel zu kuscheln, auf der Pflegestelle zeigte sie sich ängstlich und scheu, aber auch sehr lieb. Auch der Futterstellenbetreuerin (Frau P.) ist direkt aufgefallen, dass sie es hier auf keinen Fall mit einer wilden Katze zu tun hat.

Als die Katze etwas zutraulicher wurde, war es möglich sich diese genauer anzusehen, so dass festgestellt wurde, dass sie tätowierte Ohren hat. Ein kurzer Anruf bei Tasso ergab, dass dieses Tattoo von der Vorgängerin des TA Dr. Schröder in Königsdorf gemacht wurde.
Also fuhr die Pflegestelle gleich am nächsten Tag dort hin. Alte Aufzeichungen ergaben, dass die Katze Cindy heißt, 2001 geboren ist und einer Frau gehört, die in Blumenberg wohnt.

Am Telefon erfuhren wir, dass die Frau ihre Katze schon länger sucht, aber leider nie in den Futterhäuschen an der Futterstelle nachgesehen hat. Cindy – so heißt sie – war zwar Freigängerin, hielt sich jedoch immer nah von ihrem Zuhause auf. Als sie im Sommer nach draußen ging, muss sie von irgendetwas oder von irgendwem derart verschreckt worden sein, dass sie ein Stück weiter weg lief. Da dort viele Häuser gleich aussehen, fand sie nicht mehr zurück. Wir erfuhren, dass sie die ganze Zeit bei einer anderen Frau vor dem Balkon saß und hinein wollte – diese konnte sie jedoch nicht aufnehmen, da sie befürchtete, dass es mit ihren eigenen Katzen Stress geben könnte.

Am Freitag brachte die Pflegestelle Cindy zurück zu ihrem Frauchen, wo Cindy sofort erzählte, was sie alles erlebt hat. Mit hoch erhobenem Schwänzchen lief sie nach ihrer Kuscheleinheit mit ihrer „Mama“ durch die Wohnung um nachzusehen, ob noch alles da ist, wo es hingehört. Danach setzte sie sich auf ihren gewohnten Fressnapfplatz und forderte ein, was ihr zusteht.

So hinterließen wir ein sprachloses und überglückliches Frauchen und eine sehr sehr glückliche Katze – die sich (aus Angst, die Pflegestelle würde sie wieder in die böse Kiste stecken) sicherheitshalber nicht von ihr verabschieden wollte.

 


Manchmal muss Katze einfach Glück haben

Per Email wurde uns am 23.01.2017  gemeldet, dass am Tennisplatz in Weidenpesch seit ein paar Wochen eine gepflegte und schmusige Katze umher streunte.

Doch dann sah es am nächsten Tag so aus, als ob die Katze schon von jemand anderem eingesammelt wurde, denn sowohl die Katze, als auch die Futterstelle waren weg. Zu unserer Erleichterung erhielten wir noch am gleichen Abend einen Anruf der Finderin: die Katze war wieder aufgetaucht und gefangen!

„Lucky“ – wie sie getauft wurde – stellten wir am nächsten Tag dem Tierarzt vor, doch leider besaß sie weder Chip noch eine andere Kennzeichnung.
So versuchten wir unser Glück und posteten Bilder mit Ortbeschreibung auf Facebook, denn irgendjemand muss diese Katze doch vermissen?!

In einer lokalen Facebook-Gruppe wurden wir jedoch selbst fündig, wir sahen eine Suchmeldung die auf „Lucky“ passte, die Zeichnung war fast unverkennbar.
Die Katze – ihr wahrer Name ist Jule – wurde seit 1,5 Monaten schmerzlich vermisst. Sofort nahmen wir Kontakt zur Besitzerin von Jule auf, die am darauf folgenden Tag Jule glücklich wieder in die Arme schloss.


Update: Janur 2017: Luna geht es prima; sie hat sich sehr gut von allen Strapazen erholt.

 

 

Lunas abenteuerliche Reise

Am 14. September 2016 bekam ich von Frau U. die Nachricht, dass sich beim OBI-Markt in Kerpen eine verwilderte Katze aufhält, die nicht gut aussah. Mit traurigem Blick, abgemagert und mit kahlen Stellen im Fell sah die arme Mieze erbarmungswürdig aus.

Sie konnte der Katze bereits etwas zu essen hinstellen, das sie auch völlig ausgehungert und dankbar annahm. Als ich mich an mehreren Tagen auf den Weg machte um nach ihr zu suchen, war sie spurlos verschwunden. Immer wieder versuchten wir (Frau U., die Finderin – eine ganz liebe Tiermama, die bereits Kater Tigger von mir vermittelt bekommen hatte, Frau K. vom Kölner Katzenschutzbund und ich) die Augen offen zu halten und sie bei der nächsten Sichtung zu fangen. Aber sie schien wie vom Erdboden verschwunden.

Dann bekam ich am 29.09. gegen 19.30 Uhr eine Nachricht von Frau U., dass die Katze wieder da sei. Ich organisierte auf die Schnelle eine Falle – aber als wir zurück kamen, war die Katze bereits wieder verschwunden. Ich suchte die Wiese ab und stellte auf gut Glück die Falle auf. Nichts geschah. Doch Gott sei Dank kam mir die Idee, auf dem gegenüberliegenden Friedhof nachzusehen; denn Katzen mögen solche ruhigen Plätze. Und tatsächlich! Die Katze saß direkt vor mir im Gebüsch.

Schnell lief ich zurück und stellte die Falle keinen Meter entfernt vor ihr auf, denn sie schien nicht sonderlich ängstlich zu sein. Im Gegenteil – als ich sie ansprach kam sie sogar etwas auf mich zu.

Doch ich wollte nichts riskieren, spannte schnell die Falle und entfernte mich sofort wieder. Auf der anderen Straßenseite blieb ich auf der Lauer. Und tatsächlich – keine zwei Minuten später saß die Mieze in der Falle!

Schnell deckten wir die Falle mit einer Decke ab und brachten sie zum Auto. Frau U. war sofort bereit, die Katze vorübergehend bei sich aufzunehmen. Falls es mit ihren beiden Katern klappen würde, sollte sie auch für immer bleiben dürfen. Die Katze wurde auf den Namen Luna getauft.

In ihrem neuen Zuhause traute Luna sich anfangs gar nicht aus der Falle. Obwohl Frau U. beide Seiten der Falle öffnete, blieb sie ängstlich darin sitzen.

Doch dann taute sie auf und es stellte sich heraus, dass sie zutraulich und verschmust war. Luna war sehr abgemagert und voller Parasiten, das Fell war struppig und überall waren kahle Stellen. Und sie war sehr sehr hungrig.

Was mochte die arme kleine, dünne Katze wohl erlitten haben?

So schnell es ging wurde Luna zum Tierarzt gebracht und es stellte sich heraus, dass sie kastriert und tätowiert war. Die Tätowiernummer stammte aus Euskirchen. Die Tierärztin schätzte sie auf ca. 2 – 3 Jahre. Bis auf die Parasiten und zu wenig Gewicht ist Luna wohl soweit gesund.

Leider war Luna nicht bei Tasso registriert und so konnte uns niemand helfen, den Besitzer zu finden.

Aber das alles ließ mir keine Ruhe. Mit Lunas Tätowiernummer telefonierte ich sämtliche Tierärzte in Euskirchen ab. Jemand musste sie doch kennen und behandelt haben! Und tätsächlich – nach dem 16. Anruf hatte ich Glück! Ich hatte die Tierärztin gefunden, die Luna kastriert und tätowiert hatte!

Die Informationen der Tierärztin gaben mir ersten Aufschluss über Luna. Sie wurde 2013 über den Tierschutzverein Kall kastriert und war mindestens 9 Jahre alt.

Ein Anruf beim Tierschutzverein Kall und einige Recherche später stellte sich folgendes heraus:

Luna lebte mit vielen anderen, teilweise verwilderten Katzen, auf dem Grundstück einer Familie in der Eifel. Dort wurden alle Tiere eingefangen und kastriert – und dann wieder zurück auf das Grundstück der Familie gebracht. Leider zog diese eines Tages ohne ein Wort fort und ließ alle Katzen dort einfach zurück…

Der Tierschutzverein Kall versorgte die Katzen noch ein halbes Jahr vor Ort, bis sie schließlich alle wieder einfingen und ins Tierheim brachten. Zwei der Katzen konnten vermittelt werden, da sie zahm waren. Die anderen Katzen – auch Luna – waren sehr scheu und sollten mit einer Futterstelle auf dem Tierheimgelände verbleiben und dort ihr Leben genießen dürfen.

Niemand merkte, dass Luna fehlte – denn alle Katzen dort waren scheu und schwarz-weiß gefleckt.

Bis Luna in Kerpen, ca. 60 km weit weg, von uns am 29.09.2016 eingefangen wurde.

Ich frage mich, wie sie zahm wurde? Hatte sie zwischenzeitlich ein Zuhause gefunden? Wurde sie irgendwo gefüttert? Stieg sie heimlich in ein Auto ein und kam so nach Kerpen? Oder ist sie über eine sehr lange Zeit herumgestromert und im Laufe der Jahre so zu uns gekommen?

Wie Luna letztendlich nach Kerpen gekommen ist und was sie unterwegs alles erlebt hat, wird wohl für immer ihr Geheimnis bleiben!

Aber eines ist klar: Ohne Frau U. wäre Luna wohl nie gefunden worden. Ihrer Hartnäckigkeit ist es zu verdanken, dass Luna gefangen wurde und nun in Sicherheit im Warmen ist.

Luna entpuppte sich schnell als eine charakterstarke und schmusige Katze. Bleibt zu hoffen, dass sich die Katzen bei Frau U. gut vertragen werden. Denn dann hätte Luna dort den Himmel auf Erden!

Wir drücken jedenfalls alle Daumen und Pfoten!

(von Kea Mensing)

 


 

Sehr wichtig: Die Kennzeichnung Ihrer Mieze!

Wieder eine Tierschutzgeschichte mit Happy End! – 11 03.2016

Ein Erfolgserlebnis: Unserer aufmerksamen Erika R. fiel in der Nähe unserer Wesselinger Futterstelle eine Mieze auf, die an der Kiesgrube herumlief. Die arme Katze hatte Hunger. Natürlich wurde sie von unseren Futterstellenbetreuerinnen gefüttert und gestreichelt.

So schnell es ging wurde sie unserem Vereinsarzt am 10.03.2016 vorgestellt.

Die Freude war groß: die Mieze war gechipt und wurde bereits ein ganzes Jahr schmerzlich vermisst!

Am selben Tag konnte die glückliche Besitzerin ihre Katze wieder in die Arme schließen!

 


 

Update: Januar 2017:

Guten Tag,

zuerst einmal wünsche ich Ihnen allen ein gutes Neues Jahr 2017.

Nun ist es schon über ein Jahr her, dass Ihr Verein unser Flöhchen nach 1 1/2 Jahren Abwesenheit in Hürth wiedergefunden hat. Wir sind Ihnen so dankbar, wieder „komplett“ zu sein.

Flöhchen (schwarz) und unser Kater sind wieder einträchtig vereint.

Liebe Grüße an Frau Röver und Spende folgt.

Mit freundlichen Grüßen, Gisela und Norbert H.

 


Eine Tierschutz-Geschichte mit Happy End. Sie zeigt, wie wichtig es ist, seine Tiere chippen und registrieren zu lassen!

Nicht gekennzeichnete Tiere haben kaum die Chance, zurück nach Hause zu kommen!

Sonntag, 15. November 2015

„Flöhchen“ ist zurück1,5 Jahre verschwunden: Das Katzen-Wunder von Köln

Von ADNAN AKYÜZ

Flöhchen sitzt auf Giselas Schoß und gibt Rabea Röver ihr Pfötchen als Dankeschön.
Foto: Adnan Akyüz
Köln –

Wenn ein Märchen plötzlich wahr wird: Der gestiefelte Kater der Gebrüder Grimm ist in Flöhchen (12) zum Leben erwacht!

Denn die unternehmungslustige Katze war wie der pfiffige Märchen-Geselle lange auf sich allein gestellt: Eineinhalb Jahre war Flöhchen auf großer Rheinland-Reise – und wurde zu Hause schmerzlich vermisst. Umso größer ist dort nun die Freude, dass Flöhchen wieder zurück ist.

Es war der 6. Mai 2014, als Flöhchen nicht zurück nach Hause kam. Herrchen Norbert (65) blieb in Rösrath die ganze Nacht lang wach und wartete, auch Frauchen Gisela (67) konnte vor Sorge kaum schlafen.


Foto: Privat

„Wir haben dann angefangen, die Nachbarschaft abzusuchen“ erzählt Norbert. Später druckte das Ehepaar Flyer und verteilte sie. „Es kamen auch mehrere Anrufe. Es war aber nie unsere Katze“, erinnert sich Gisela. Und erzählt, dass sie irgendwann die Hoffnung aufgegeben hatte.

Doch dann – nach eineinhalb Jahren – die Überraschende wie freudige Nachricht: „Ich bekam einen Anruf. Ich könne meine Katze in Hürth abholen“, erzählt Norbert.

Hürth? Wie hatte sich Flöhchen in all den Monaten bis nach Hürth durchgeschlagen? Es wird wohl für immer ein großes Katzengeheimnis bleiben.

Mitarbeiter einer Firma im Hürther Industriegelände hatten Flöhchen gesichtet und die „Kölner Katzenschutz-Initiative“ benachrichtigt. Mitarbeiterin Rabea Röver (42) machte sich auf den Weg, um Flöhchen einzufangen. „Ich habe eine Lebendfalle mit Überlauf aufgestellt. Es hat etwa eine Stunde gedauert, Flöhchen einzufangen“, erzählt sie.

Dann kontaktierte Rabea Röver „Tasso“, eine Registrierungsstelle für Haustiere – so dass die Besitzer ausfindig gemacht werden konnten. „Flöhchen war unverletzt und sah danach aus, als habe sich jemand um sie gekümmert hat“, sagt Rabea Röver.

Wie macht sich das „gestiefelte Flöhchen“ wieder zu Hause? „Sie hat sich von Tag zu Tag wieder eingelebt und ist ganz die alte Zank-Tante“, sagt Norbert lachend. Und sie zieht abends wieder um die Häuser…

 


Die Geschichte von Bruce – geschrieben von ihm und seinem Frauchen…

Hallo liebes Team der Kölner Katzenschutz-Initiative,

hier melden sich mal Bruce und seine Dosenöffnerin Sandra Sch. Vorab möchten wir uns noch mal von ganzem Herzen dafür bedanken, dass Sie uns bei dem letzten Tierarztbesuch bei Dr. Hüby unterstützt und geholfen haben. Bruce musste leider noch ein Zähnchen gezogen werden; aber seitdem geht es ihm viel besser und er kann mit seinen vier letzten Backenzähnen auch wieder sein heißgeliebtes Trockenfutter knacken.

Ich danke Ihnen vielmals!

Und Bruce hat Ihnen als Dank einen kleinen Brief geschrieben:

Hallo Ihr Lieben, könnt ihr Euch noch an mich erinnern? Ihr habt mich im Dezember 2013 (genau gesagt: am 24.) total dreckig, zerzaust und sehr hungrig an einer Futterstelle aufgesammelt und mich erst einmal bei Frau Burlaud untergebracht.

Sie hat sich liebevoll um mich gekümmert und mir was zu essen gegeben. Aber da ich Leukose positiv bin musste ich leider im Badezimmer bleiben, um ihre eigenen Katzen nicht anzustecken.

 

Also musste schnell eine neue Bleibe für mich gefunden werden. Zum Glück gibt es Intgernet, so das sich „mein Mädchen“ bei euch gemeldet hat und sich erstmal als Pflegestelle für mich anbot. Am 2. Weihnachtstag durfte ich also umziehen. Wahrscheinlich nennt sie mich deshalb manchen „mein Weihnachtskätzchen“ oder „Santa Bruce“.

Zuerst habe ich mich natürlich versteckt und hatte Angst, aber schon nach einer halben Stunde, nachdem wir alleine waren, kam ich aus meiner Höhle gekrochen und merkte, wie schön es ist gestreichelt zu werden und zu kuscheln.

Wir sind ein richtig tolles Team geworden! Sie hat mich aufgepäppelt und gebürstet. Jedenfalls da wo noch Fell war und mich gepflegt.

Dann kam ein Anruf, dass Jemand Interesse an mir hätte und mein Mädchen zögerte keinen Moment und änderte die Pflegestelle in ein Für-Immer-Zuhause. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

Ich habe viele Kratzmöglichkeiten und viele Spielsachen bekommen. Wenn es mir nicht gut ging, hat sie mich zum Tierarzt gebracht. Ein paar Mal habe ich nur eine Spritze bekommen und es ging mir wieder besser. Zweimal bin ich nach dem Piks beim Doktor eingeschlafen und erst zu Hause mit einem Zahn weniger wieder aufgewacht. Aber auch danach ging es mir wieder besser.

Leider gab es in der Wohnung keinen Balkon… aber mein Mädchen hat ein Netz an ein Fenster gemacht und da konnte ich immer liegen und die Sonne genießen und die Umgebung beobachten.

Da ich ein sehr ruhiger und entspannter Kater bin, hat mir das erstmal gereicht.

Aber plötzlich veränderte sich viel in der Wohnung. Auf einmal wurden immer wieder Möbel aus der Wohnung getragen und alles andere wurde in Kartons gepackt. Das hat mir natürlich nicht so gut gefallen und ich habe mich wieder etwas mehr zurückgezogen. Und dann musste ich wieder in diese komische Kiste, die ich gar nicht mag und wir sind mal wieder irgendwo hin gefahren. Aber zu meiner Überraschung nicht zum Tierarzt… sonderen in eine schöne große neue Wohnung, in der all meine Sachen standen! Erstmal wusste ich das nicht genau einzuschätzen und hab mich viel versteckt. Es kamen auch öfter mal fremde Männer vorbei, vor denen hab ich eh großen Respekt… Und die haben auch noch Krach und Dreck gemacht; aber wenn die wieder weg waren, war die Wohnung immer noch schöner. Nur einmal haben diese Männer was falsch gemacht und da stand fast die ganze Wohnung unter Wasser. Und obwohl die alle Türen ausgehängt hatten um das Wasser zu entfernen, bin ich nicht abgehauen.

Und dann kam die große Überraschung, von der mein Mädchen immer wieder erzählt hatte: da gab es noch eine Tür, durch die ich bisher nicht gehen durfte. Eine Balkontür! Zuerst wollte ich gar nicht richtig da raus gehen, weil ich das noch nicht kannte – aber mittlerweile liege ich fast immer hier draußen, egal bei welchem Wetter. Da ist ein Netz, damit ich nicht ganz rausgehen kann, aber das reicht mir. Ich kann hier in der Sonne liegen, mir den Wind um die Nase pfeifen lassen und dann den ganzen Tag kleine Häschen, andere Katzen und viele Hunde beobachten.

Mir gefällt es in der neuen Wohnung so gut, dass ich mich sehr verändert habe. Ich renne und spiele viel mehr als zuvor, ich habe kaum noch Angst wenn Fremde uns besuchen kommen und ich habe sogar einen neuen Kumpel. Der Hund vom Nachbarn kommt mich ab und zu besuchen und auch wenn er fünfmal so groß und so schwer ist wie ich, verstehen wir uns blendend.

Also danke Euch, liebes Katzenschutz-Team, dass Ihr so ein tolles Zuhause für mich gefunden habt und dass Ihr meinem Mädchen unter die Arme gegriffen habt, als ich Hilfe brauchte und sie mir in diesem Moment nicht helfen konnte.

Ich schick Euch noch ein paar Bilder von mir mit, damit ihr mal seht, was aus mir geworden ist!

Bis bald, Euer Bruce

 

Tausend Dank für Eure Hilfe und vor allem Danke für Bruce! Er hat mein Leben verändert und ich werde ihn niemals wieder hergeben!

Viele liebe Grüße und herzliches Miau

Sandra & Bruce

 


 

Die Geschichte von Leonardo Löwenherz

Ein Aufruf der durchs Internet jagte, weckte die Aufmerksamkeit unserer aktiven Mitglieder: Ein äußerst miserabel aussehender Kater wurde am Straßenrand aufgesammelt. Für ihn wird um Hilfe gebeten.

Für uns schnelle Helferlein stellte es kein großes Problem dar. Alle rutschen etwas näher zusammen und wir machen einen Platz frei für den langhaarigen Zottelkater.

Beim Anblick des Tieres schossen selbst dem hartgesottesten Tierschützer die Tränen in die Augen: Bis auf – wirklich Haut und Knochen abgemagert- kam der Main-Coon-Kater zu uns. Seine Kräfte total am Ende. Eine Finderin erzählte uns, sie glaube, er habe sich zum Sterben zurückgezogen.

Seine maximale Wachzeit bezog sich auf 10 Minuten, dann nickerte er immer wieder ein. Unter einer Rotlichtlampe versuchten wir ihn warm zu halten. Futter gabs in kleinen Dosen, im Stundenrhythmus.

Sehr starker Atemgeruch und ein Blutbild lassen unseren Tierarzt Dr. Sanders schnell handeln. Ein Antibiotikum soll ihm helfen.

Viele Menschen melden sich bei mir, haben Hoffnung, er könnte ihr verlorengegangenes Tier sein. Leider stellt sich jedes Mal heraus, dass er es nicht ist.

Eine Familie ist nicht ganz sicher, sieht Leonardo doch mehr tot als lebendig aus. Es ist ganz in der Nähe. Die liebe Frau telefoniert täglich mit mir und häkelt für Leonardo Löwenherz ein Mut-Häkelmäuschen, mit Katzenminze gefüllt. Es soll ihm helfen, schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Eines Tages entschließt die Familie, Leonardo zu sich zu holen. Der Verein macht einen Vorbesuch und der Zusammenführung steht nichts mehr im Wege.

Sein Zustand wird von Tag zu Tag besser. Durch eine weitere Medikamentenkur bildet sich die starke Zahnfleischentzündung zurück. Ein Verwandter der Familie ist Tierarzt und bemüht sich ebenfalls nach seinen Möglichkeiten, unseren zerrupften Kater zu Kräften zu bekommen.

Leonardo kann nun wieder richtig fressen und blutet nicht mehr aus dem Maul. Sein starker, unangenehmer Geruch verschwindet.

Liebevoll wird er umhegt, Tag für Tag. Die ganze Familie ist für ihn da und mit den zwei weiteren Katzen entsteht nun wieder ein geborgenes Heim für den einst armen Straßenkater, der nicht wusste, was ein voller Magen bedeutet.

Papa uns Sohn entspannen sich, indem Leonardo mit engem Körperkontakt kuscheln darf.

 

Die anderen Katzen chillen an einem schattigen Platz und lassen sich gerne von Leonardo Löwenherz ein paar aufregende Abenteuer erzählen, üble Geschichten von rauen Katern und dem Kampf ums Überleben, alles was er dort draußen so erlebt hat.

Abends teilen sie ihr Futter dann gerne mit ihm. Wissen sie doch, wie schwer der liebe Kerl es in seiner Vergangenheit hatte. Extra hoch kalorisches Futter und Zusatzvitamine helfen dabei.

Jedes zugenommene Gramm macht Hoffnung und wird innerfamiliär gefeiert!

Sein zottiges Fell wird täglich gekämmt und es sprießt auch schon wieder. Langsam ahnt man, was Leonardo wieder für eine Schönheit wird.

Niemals hätte ich gedacht, dass unser Löwenherz jemals wird wieder über einen Zaun klettern können.

Doch schon nach einigen Wochen und jeder Menge Kraftzugewinn reicht dem Kater der große Garten nicht mehr. Er schafft es locker, über den Zaun zu hopsen und sucht dann im daran grenzenden Feld Mäuschen.

 

Gerne besucht er auch die lieben Nachbarn, die ebenfalls immer eine kleine Zwischenmalzeit für unseren Leonardo parat haben.

Leonardo schenkt seiner Familie alles, was ein Kater von Herzen geben kann: Liebe und Nähe. Als Zeichen seiner tiefen Dankbarkeit bringt er ab und zu ein Mäuschen mit.

Wir sind alle überglücklich, wie rasant und positiv sich Leonardos Leben verändert hat.Raus aus der Hölle Straße, rein ins Paradies…

Ich persönlich glaube in solchen Momenten noch an Wunder: Leonardos neue Familie ist ein Geschenk des Himmels. Ohne Eigennutz und mit so viel Sensibilität. Voll erfüllt von Hoffnung und niemals an ihm zweifelnd. Bereit, alles für ihn zu geben.

Unser Verein wünscht Euch noch viel wunderschöne Zeit, die ihr gemeinsam mit Eurem starken Löwen verbringen könnt. Jeder hier hat an Euch geglaubt. Ihr seid toll!!!

(von Maren Fröhlich)

 


 

Oma Berthas kleine Weihnachtsgeschichte…literarisch passt Oma Bertha in die Krippe!

Weihnachten ist mal ein Anlass, über unsere Menschlichkeit im Alltag nachzudenken. Sind unsere Herzen offen für jemanden, der unserer Hilfe bedarf? Mensch? Tier?

Jesus und Maria haben an allerlei Türen geklopft und Hilfe erbeten. Lange wurde sie verwehrt.
Als mir vor ein paar Wochen der Einsatz der Brühler Feuerwehr zwei Katzen ankündigte, ahnte ich noch nicht, was auf mich zukommen würde. Zwei Katzen, vollkommen dehydriert und kraftlos…die eine so dünn wie ein Skelett mit Fell. Die andere war nicht ganz so schlecht dran.
Es hieß, sie hätten ca. 2 Wochen neben dem toten Frauchen gesessen.


Nachdem ich sie tierärztlich versorgen ließ, kreisten meine Gedanken.

Wie kann es sein, dass dem Umfeld der Tod des Menschen nicht aufgefallen ist? War die Verstorbene einsam? War sie nur alleine? Hat nicht mal jemand angerufen?
Das Fenster im Erdgeschoss war gekippt… warum hat niemand die Katzen schreien gehört? Oder noch schlimmer: Haben sie stumm gelitten und ihr Schicksal wehrlos und still angenommen?
Haben Vorbeigehende extra weggeschaut?
Diese Gedanken um den Tod eines Menschen lassen eine gewisse Leere zurück. Änderbar ist nichts mehr.

Die eine Katze stellte sich als ältere Dame heraus: Bertha scheint mindestens 10 Jahre alt zu sein. Ihr jüngerer Gefährte war aufgrund seines lieben Wesens sehr schnell vermittelt. Bertha blieb. Als Erbe Einsamkeit.

Knapp dem Tod entgangen, musste ihr Magen und ihre Seele wieder mit positivem Input versorgt werden. Die nächsten Wochen stellten für mich und meine Familie eine schöne Aufgabe dar. Besonders meine älteste Tochter fand einen super Kontakt zu Oma Bertha. Wir verwöhnten sie, so gut es uns möglich war.
Doch gewünscht war Oma Bertha nirgendwo. Nirgendwo konnte sie ein Plätzchen finden. Dabei ist Bertha eine so anspruchlose, vollkommen brave und liebevolle Katze. Ihr zartes Figürchen spiegelt ihr zartes Seelchen: Durch und durch sensibel und dem Menschen versprochen.

Ohne lange abzuschweifen, möchte ich nun endlich den Dreh hinkriegen, zu der Geschichte der Vermittlung. Ich will keine kitschigen Lobeshymnen auf besondere Menschen texten. Obwohl sie es verdient hätten. Bitte keine erneuten langweilige Darstellungen der Kontaktaufnahme.

Was wesentlich ist, das ist die Tatsache der Umstände, unter denen sie umgezogen ist.
Denn Berthas neue menschliche Bezugsperson hat keinerlei Ansprüche oder Forderungen gestellt. Sie hat die Arme geöffnet und sie sich sehr gewünscht. Wer nimmt schon eine Oma zu sich? Und dann mit soviel Liebe und Feingefühl?
Sie hat bildlich gesehen ihre Tür geöffnet und all ihre Wärme zur Verfügung gestellt.
Und da sind wir wieder bei Weihnachten.

Jemanden nicht alleine lassen. Schön, dass Du da bist, sagen. Jemanden aufnehmen. Helfen, wo und wie man kann.
Für Bertha und mich ist diese liebenswerte Frau ein Stück Weihnachten.

(von Maren Fröhlich)

 


 

Ich will leben

Längere Zeit hatte ich nicht die Möglichkeit als Pflegestelle Babies aufzunehmen. Aber im September war es soweit. Ich bekam eine Mama und ihre ca. 2 Wochen alten Babies und einer ca. 6 Monate alten Schwester.

Gleich am ersten Tag wurden meine Befürchtungen wahr. Es kommt oft vor, dass durch den Stress des Einfangens die Mama keine Milch mehr hat oder sogar die Babies ablehnt.

In meinem Fall kam beides zusammen. Mama Pepita, wie ich sie nannte, konnte die Babies nicht säugen und noch schlimmer – sie schlug sogar nach ihnen. Die ältere Schwester aus ihrem ersten Wurf war verängstigt auf den Schrank gesprungen und traute sich nicht herunter.Aus meiner Erfahrung wusste ich, dass ich der Mama erst einmal etwas Zeit geben musste, damit sie sich an die neue Situation gewöhnen konnte – aber was wird mit den Babies?

Tagsüber hatte sie die Winzlinge nicht gesäugt – nun hoffte ich auf die Nacht. In der Nacht hatte die Mama Ruhe – vielleicht käme sie dann ihren Mutterpflichten nach. Zur Sicherheit holte ich mal eben meine Küchenwage und wog jedes einzelne, winzige etwas Katze.

Die Nacht war schlimm. Die Babies weinten und schrien vor Hunger. Noch in der Nacht rief ich in der diensthabenden Apotheke an, ob sie Kitten- bzw. Aufzuchtmilch hätten. Natürlich nicht! Es blieb mir nichts anderes übrig, als bis zum nächsten Morgen zu warten.

Die Waage zeigte mir am Morgen, dass die Winzlinge nichts zu trinken bekommen hatten und so stand ich wie auf glühenden Kohlen vor der noch verschlossenen Tür eines Tierbedarfgeschäftes und wartete auf die Öffnung.

Zuhause angekommen, die kleinen Babies schrien immer noch fürchterlich, machte ich eilig ein Fläschchen fertig und nun bekamen sie alle nacheinander etwas Milch.

In diesem Moment wünschte ich mir mindestens 8 Hände, damit ich allen gleichzeitig etwas geben konnte. Die erste Fütterung verlief sehr chaotisch, weil alle so jämmerlich nach Milch schrien und es natürlich überhaupt nicht gewohnt waren, aus einer Flasche zu trinken. Aber nachdem ich ihre Bäuchlein ausgestreichelt habe (macht man, damit sie Pipi machen können) legte ich sie behutsam in ein weiches Körbchen und sie schliefen ein. Nun ging es mir auch wieder etwas besser. Jetzt konnte ich Mama und große Schwester versorgen.

Aber mein Stress fing nun erst mal an. Es hieß nun alle 2 Stunden – Tag und Nacht – die vier Babies zu füttern, auszustreichen bis Pipi kam, trocken zu machen und schlafen zu legen. Damit war ich so ungefähr eine Stunde beschäftigt und konnte dann eine Stunde schlafen bis zur nächsten Fütterung.Mama Pepita sah mir genüsslich zu, wie ich ihre Aufgabe übernahm, machte aber keine Anstalten mich abzulösen.

Am dritten Tag war ich etwas besorgt über das kleinste der vier Babies. Es war kraftloser und schien irgendwie erschöpft zu sein. Als ich am Abend gegen 22.00 Uhr wieder füttern ging, lag es völlig kraftlos im Körbchen und bewegte sich nicht mehr. Ich nahm es vorsichtig hoch und da war kaum noch Leben in diesem winzigen Körper. Es konnte auch nicht mehr trinken. Ich war sehr traurig und wusste, dass dieses zarte, kleine, schwarze Etwas die Nacht nicht überstehen wird. Deshalb legte ich es nicht wieder zu ihren Geschwistern, denn sie sollten nicht neben ihrer toten Schwester schlafen müssen, wenn es soweit wäre. Stattdessen nahm ich es mit zu mir ins Bett, legte es auf meine Brust und streichelte es sanft. Es sollte den Übergang ins Regenbogenland so schön wie möglich haben. Ich hatte das Gefühl, dass dieses süße kleine Ding unter meinen Händen immer kleiner wurde.

Ich machte kein Auge zu, fühlte immer, ob es noch atmete, ob das Herzchen noch schlug und hielt es warm. Wenn ich wieder füttern musste, legte ich es eingekuschelt ins Bett, damit es nicht auskühlte.

Morgens gegen 4.00 Uhr, es lag wieder auf meiner Brust und ich streichelte es, wie schon die ganze Nacht lang, bemerkte ich plötzlich ein Zucken in den Hinterbeinchen. Es war das erste Lebenszeichen seit dem vergangenen Abend. Das Zucken kam wieder und wieder. Und bald bewegte das zarte winzige Ding die Vorderbeinchen, ganz sachte, aber es war Leben drin! Von Minute zu Minute kam mehr Leben in diesen winzigen Körper. Bald versuchte es das winzige Köpfchen zu heben und mich mit den großen blauen Augen anzusehen. Ich gebe ehrlich zu, ich habe geheult – es war ein so ergreifender Moment, als mich Paulinchen ansah.

Von da an wusste ich, dass sie es schaffen würde. Noch sehr erschöpft hat sie gegen 6.00 Uhr morgens getrunken – nicht viel, aber es reichte zum Überleben.Sie wollte leben!!!!! Meine Tierärztin erklärte mir, dass Paulinchen einen totalen Kreislaufzusammenbruch hatte. Dadurch, dass die Mama sie nicht ständig geleckt hat, kam der Kreislauf des kleinsten Babies nicht mehr in Gang und es wäre daran gestorben. Instinktiv habe ich mit meinem Streicheln genau dasRichtige getan und so ihren Kreislauf langsam wieder stabilisiert.

Heute ist Paulinchen zwar immer noch die Kleinste aus dem Wurf, aber genauso fit wie ihre Geschwister.

Es fällt mir sehr schwer, sie wegzugeben…

(von Annemarie Paletta-Maske)

 


 

Und es gibt doch Wunder…!

Meine Schwiegertochter rief mich an und sagte: „Wir haben sie gesehen!“

Gemeint war die süße Püppi, die vor ungefähr drei Monaten in einem unglücklichen Moment meinen Kindern entlaufen war.

Mir selbst war das süße Ding verletzt zugelaufen, und ich habe sie gefüttert und die Verletzung versorgt, bis ich für drei Wochen in den Urlaub fuhr.

In dieser Zeit übernahm mein Sohn die Fütterung, denn Püppi konnte durch ihre Verletzung nicht richtig laufen und demzufolge keine Mäuschen fangen. Als ich an einem Freitagnachmittag wieder kam, war Püppi auffällig dick. Mein Sohn hatte es mit dem Füttern wohl sehr gut gemeint. Sie strich mir um die Beine und ich bemerkte nun, dass die kleine Süße trächtig war. Sie hatte auf mich gewartet, denn in der Nacht bekamen wir Beide vier entzückend süße Babys.

 

Püppi und ihre Babys konnten eine lange Zeit bei mir bleiben, aber irgendwann kam der Tag, an dem wir zwei Abschied nehmen mussten.

Ich brachte sie in ein liebevolles Zuhause und der Abschied von ihr tat mir sehr weh. Ich liebte dieses Kätzchen! Leider wurde die neue Besitzerin nach einem guten Jahr krank und so kam Püppi wieder zu mir zurück. Ich habe mich gefreut, aber ich konnte Püppi ja nicht behalten, denn ich hatte schon drei Katzen, die sich mit ihr nicht verstanden.

Mein Sohn und Schwiegertochter gaben nun der Süßen ein schönes Zuhause mit vielen Streicheleinheiten und einen Kater als Spielkameraden.

Und nun sind wieder da, wo die Geschichte anfing. Püppi war nur einige Tage bei meinem Sohn, als sie in einem unbeobachteten Moment ausriss. Wir machten uns große Sorgen, denn sie kannte die neue Umgebung ja gar nicht. Es vergingen fast drei Monate und eigentlich haben wir schon alle die Hoffnung aufgegeben, als mein Sohn eine Katze in einer Nebenstraße sah, die der Püppi ähnelte.

Er war sich nicht sicher und so hielten sie am nächsten Abend wieder Ausschau nach der Katze. Und tatsächlich kam sie, ließ sich füttern, aber hielt Abstand und war sehr scheu. Fangen konnten sie sie nicht, denn sie ließ sich nicht anfassen.

Am nächsten Morgen kam der Anruf und am Abend war ich mit Transportbox, Leckerchen, Katzenminze und ganz viel Aufregung zur Stelle.

Gegen 21.00 Uhr sahen wir sie und wir gingen in Position. Mein Sohn und Schwiegertochter fingen an sie zu rufen, immer wieder. Vorsichtig kam sie näher und dann sah auch ich sie. Es verschlug mir fast die Sprache. Ja, es war meine geliebte Püppi! Wir bangten und hofften, dass sie nicht wieder wegläuft und dann rief ich ihren Namen.

Mit einem Satz kam Püppi aus dem Gebüsch geschossen, legte sich vor mir auf den Rücken und wälzte sich hin und her! Ich war vor Rührung kaum ansprechbar, lag ebenfalls auf dem Straßenpflaster und streichelte und liebkoste sie. Sie hatte keine Scheu vor mir und wir beide waren glücklich.

Es war ein Leichtes, sie in die Transportbox zu locken und nach Hause zu tragen.

Nach all der langen Zeit hatte sie mich nicht vergessen und freute sich sogar mich wieder zusehen! Katzen haben wohl ein gutes Gedächtnis und… Wunder gibt es doch!

 

(von Annemarie Paletta-Maske)

 


 

Ein Weihnachtsmärchen

Als Pflegestelle für die Kölner Katzenschutz Initiative erlebt man viel. Höhen und Tiefen, Gesundheit und Krankheit, Schicksale von Menschen und Tieren. Manche Dinge sind traurig oder ärgerlich, und manche Dinge sind wunderschön. Heute möchte ich Euch erzählen, was mir passiert ist und warum heute schon Weihnachten bei mir ist!

Oft werde ich gefragt: ” Wie machst Du das, wie kannst Du Dich von den Tieren wieder trennen? Würde ich das Tier haben, es würde mir das Herz zerreißen.” Eine Antwort darauf weiß ich auch nicht. Ich finde halt die richtigen Leute! Ich suche nach Menschen, bei denen ich ganz sicher bin, dass sie die Richtigen für das Kätzchen sind. Allen Katzen, würde ich sie behalten, kann ich nicht gerecht werden. Ich suche also die, die mit Liebe sich dem Tier annähern und es annehmen, wie es ist. Sie sollen ein wunderschönes Plätzchen im Warmen und direkt am Herzen bieten. Das sind ganz besondere Menschen, da Weihnachten vor der Tür steht, könnte man sagen, sie sind vielleicht ein bisschen engelähnlich.

Und genau heute ist mir das klar geworden! Denn ich habe etwas ganz Bewegendes erlebt.

Mein Pflegekater, ein Karthäuser-Perser-Mix namens Bela, hat sich nach kurzer Zeit bei mir ganz toll eingelebt. Er ist ein wahrer Schatz! Er kuschelt viel und gibt 100fach zurück, was er bekommt.

Eine Freundin, Rabea, hat ihn auch kennengelernt. Sie hätte ihn am liebsten behalten. Leider ist Bela ein Freigänger und das hätte sie ihm nicht bieten können. Rabea hat ihrem gesamten Freundes- und Bekanntenkreis von dem Kater erzählt. Wir waren uns einig, dass – wenn wir ihn im Freundeskreis vermitteln – wir unseren Freunden etwas richtig Gutes tun. Leider hatte niemand mehr ein Plätzchen frei.

Und dann kam eines Morgens der Anruf: “Frau Fröhlich, der Bela von der Homepage, ist der noch zu haben?” Bei Herrn S. war die Zuneigung zu dem Tier wie ein Blitz eingeschlagen. Durch die Augen mitten ins Herz! Belas Anblick ließ sein Herz höher schlagen. Wenn eine Katze, dann er!!! Es war Liebe auf den ersten Blick. Auch seiner Frau sagte das Bild sehr zu. Gleich wollten die beiden ihn kennenlernen.

Ihr Besuch bewies, dass Bela sich ebenfalls zu dem netten Ehepaar aus dem Linksrheinischen hingezogen fühlte. Zunächst tobte der Dreijährige noch mit seinem sechsmonatigen Freund Timmy durch das Katzenzimmer. Dann nahm er Kontakt auf. Durch Katzenleckerchen war schnell das Eis gebrochen. Nach einiger Zeit konnte ich sogar beobachten, wie Bela selber zu den neuen Leuten ging und sein Pfötchen in die Hand der Frau legte.

Die Entscheidung des liebenswerten Ehepaares war gefallen! Es sollte Bela sein.

Beim Abholen jedoch, weinte der kleine Timmy herzzerreißend. Er versuchte, seine Pfötchen durch die Gitterstäbe zu schieben, um Bela zu befreien. Uns Menschen wurde es immer schwerer ums Herz.

Der stattliche 8 kg Kater Bela weinte ebenfalls, die ganze Autofahrt durch.

Angekommen in seinem neuen Heim, huschte Bela von Zimmer zu Zimmer, immer wieder rufend und sehr aufgeregt. Teilweise hechelte er.

Fressen mochte Bela gar nichts. Selbst das schönste Leckerli war in seinem Zustand nicht nach seinem Geschmack.

Als dann die erwachsene Tochter abends nach Hause kam, nutzt Bela die Chance und entwischt durch den Türspalt!

Da ging die Aufregung erst richtig los: Mutter, Vater, Tochter und Sohn begaben sich auf die Suche bis spät in die Nacht. Selbst mit Taschenlampen konnten sie ihn nicht entdecken. Wie vom Erdboden verschluckt: Bela war weg!!!

Dies war wohl eine der schlimmsten Nächte der Familie J. Erst „retten“ sie Bela, indem sie ihn zu sich nehmen um ein Leben lang an ihrer Seite zu sein. Und nun scheint er verloren! Alle machten sich Vorwürfe. Die Hoffnung schien zu schwinden.

Als ihnen auch am nächsten Morgen Bela bei ihrer Suche wieder nicht begegnet, da falle ich ihnen als letzte Lösung ein.

Trotz Renovierung und kleiner Kinder, verlasse ich das Haus und fahre sofort mit Rabea zu der Familie.

Frau S. begrüßt mich an der Tür und wir wechseln ein paar Worte, in welche Richtung er geflitzt ist. Ich gehe los und rufe Bela, mit Leckerli-papier knisternd.

Keine zwei Minuten später ruft uns Frau S. Bela ist da! Er muss meine Stimme gehört haben und ist vor dem Haus aufgetaucht. Herr S. hat ihn reingeholt.

Die Erleichterung, die wir verspürt haben, kann man mit Worten nicht beschreiben. Unglaublich. Rabea sprach ganz leise aus, was wir als Wärme in unseren Herzen spürten: „Ich glaube, wir alle haben heute Weihnachten.“ Unsere Blicke gingen durch die Runde und eine tiefe innere Verbundenheit breitete sich aus. Der eine oder andere murmelte „stimmt“ oder nickte heftig, zu mehr waren wir nicht fähig.

Der Kater jedoch genoss die Aufmerksamkeit. Nachdem er mich heftigst begrüßt hat, war einer nach dem anderen dran. Mit Köpfeln und Kuscheln legte er sich reihum auf den Schoß. Als wollte er sich dafür bedanken, dass er wieder rein durfte. Bei einem Kaffee fingen wir an uns zu entspannen.

Und dann, wie angeflogen, lief Bela wieder durchs Zimmer und weinte. Ganz unruhig lief er auf und ab. Herr S. sagt: „Bela sucht seinen Freund Timmy.“ Ganz deutlich wurde uns das, kaum war es ausgesprochen. Obwohl Familie S. sich zunächst nur für eine Katze entscheiden wollten, war sie nun dazu bereit, auch Timmy bei sich aufzunehmen.

Timmy, so berichtete mir mein Mann, hatte den ganzen Tag geschlafen oder ist in Belas Zimmer gelaufen um ihn zu suchen. Er hat sein Fressen nicht angerührt und offensichtlich trauerte er.

Timmy hatte Interessenten, die ich per Telefon über seinen Zustand und die Situation informierte. Die liebe Frau zeigte Verständnis und war der gleichen Meinung wie ich: Was zusammengehört, soll man nach Möglichkeit nicht trennen. Ich gebe ganz ehrlich zu, dass ich die Verbundenheit der Katzen total unterschätzt habe. Aber nun wird alles gut.

Fam. S. springt ins Auto und holt Timmy ab.

Beide Katzen haben einander wieder und sind überglücklich.

Und wenn sie nicht die Kugeln vom Tannenbaum holen, dann wundert es mich…!

(von Maren Fröhlich)

 


 

Tierchen – Wiedersehen nach 1 1/2 Jahren

Online-Artikel Kölner Stadt-Anzeiger vom 24.07.2012

Erstellt 24.07.2012

Ein Wiedersehen voller Freude: Matthias Gläßner holt seinen Kater in Brühl ab. Das Vertrauensverhältnis scheint intakt. Das Tier fühlt sich auf dem Arm seines Herrchens noch immer wohl.
Foto: Sagioglou

Der Kater von Matthias Gläßner war eineinhalb Jahre lang verschwunden. Dann brachte die Brühlerin Maren Fröhlich von der Katzenschutz Initiative das Tier und seinen Besitzer wieder zusammen. Der Kater erkannte sein Herrchen gleich wieder.
Von Philip Sagioglou
Brühl.

Maren Fröhlich ist nervös. Wird es tatsächlich das große Wiedersehen? Handelt es sich wirklich nicht um ein Missverständnis? Und wird Kasimir seinen früheren Besitzer überhaupt erkennen? Schließlich ist es schon eineinhalb Jahre her, dass die beiden sich gesehen haben. Ob das Erinnerungsvermögen des vier Jahre alten Katers dafür reicht?

Fröhlich hat sich seit drei Wochen um Kasimir gekümmert. Während sich die Lehrerin in der Elternzeit befindet, engagiert sie sich intensiv für die Kölner Katzenschutz Initiative. Ein Gegenbeispiel also zu vielen Menschen, die ihre Katzen nach der Geburt ihrer Kinder aussetzen.

Auf einem Internetportal hatte Maren Fröhlich vor kurzem ein Foto und eine Beschreibung von Kasimir veröffentlicht. Wenige Tage darauf kam der Anruf von Matthias Gläßner. „Er war sich am Telefon vollkommen sicher, dass es sein Kater ist“, sagt Fröhlich. Kurze Zeit später trifft der junge Mann aus Troisdorf in Brühl ein. Dort hatte er bis Januar 2011 gewohnt. Wenige Tage vor dem Umzug in den Rhein-Sieg-Kreis war sein Kater verschwunden. Auch Gläßner ist nervös.

Die Anspannung erweist sich als unbegründet. Als Maren Fröhlich die Tür zum Keller öffnet, hat Kasimir die Stimme seines Besitzers längst erkannt. Der Kater sitzt mitten im Raum und blickt Matthias Gläßner an. Keine Spur von Angst oder Befremdlichkeit. Das Tier geht zielstrebig auf sein Herrchen zu, reibt seinen Kopf an dessen Beinen und beginnt zu schnurren. „Er erkennt mich“, sagt Gläßner. Die Freude ist riesig – auch bei Maren Fröhlich. „Zu mir hatte Kasimir schnell Vertrauen aufgebaut. Aber sonst ist er eher scheu und hält sich viel draußen auf“, sagt sie. „Man merkt, dass er seinen früheren Besitzer wiedererkennt.“ Gläßner hebt den Kater auf seinen Arm. „Er heißt eigentlich Tierchen“, sagt er. „So werden wir ihn auch wieder nennen.“

Erst Tierchen, dann Kasimir – jetzt wieder Tierchen.
Foto: Sagioglou

Bisswunden und Milben

Während er mit dem Tier schmust, erzählt Maren Fröhlich ihm von ihrer ersten Begegnung mit Kasimir/Tierchen. Eine 89-jährige Frau habe ihn seit eineinhalb Jahren gefüttert. Die Dame hatte jedoch Angst bekommen, über den Kater zu stolpern. Da er weder tätowiert noch gechippt war, kontaktierte die Brühlerin die Katzenschutz Initiative. „Er hatte Bisswunden und so starke Ohrmilben, dass er nichts mehr hören konnte“, sagt Fröhlich. Sie ließ den Kater tierärztlich versorgen.

Matthias Gläßner ist dankbar für dieses große Engagement. In den vergangenen eineinhalb Jahren habe er die Hoffnung nie aufgegeben, den Kater eines Tages wiederzusehen – und die entsprechenden Internetportale wöchentlich nach Fotos durchsucht. „Wir haben mal zwei Jahre mit ihm in Österreich gelebt“, sagt er. „Ich wusste also, dass er einiges aushält.“ Auch einen zweifachen Namenswechsel. Einmal Kasimir und zurück – Tierchen ist endlich daheim.

 


 

 

Eine Liebesgeschichte

Fritzi im Glück – eine etwas andere Erfolgsgeschichte

Das wird keine Katzengeschichte – aber trotzdem bitte weiterlesen…

Am 28.03.2011 entdeckte Anne in einer Futterkiste für wildlebende Katzen ein “kleines Tier”. Es hatte sich wohl das leckere Katzenfutter schmecken lassen.

Am 01.04. saß das kleine Tier immer noch in der Kiste. Offensichtlich handelte es sich um ein wohlerzogenes Tier; sein Geschäft hatte es nur in einer Ecke des Futterhauses hinterlassen.

Es zeigte sich sehr interessiert an den Arbeiten die Hans erledigte, ließ sich sogar von ihm streicheln. Das kleine Tier hatte sich häuslich eingerichtet.

Dagmar und Hans ließ der Gedanke an den niedlichen Futterhausbesetzer nicht mehr los. Am 04.04. brachten sie ihn im Katzenkorb zu Frau Dr. Jendrysek nach Erftstadt-Bliesheim. Sie lüftete schnell das Geheimnis um das “kleine Tier” mit den Worten: “Du siehst nicht nur aus wie ein Frettchen, du riechst auch so.”

Dagmar machte sich per Internet sofort auf die Suche nach einer geeigneten Unterkunft für Fritzi, wie das etwa fünf Monate alte Frettchenweibchen inzwischen hieß.

Noch am selben Abend brachten Hans und Dagmar Fritzi ins 80 km entfernte Brüggen ins Frettchenaysl. Dort wurde die Kleine von Frau und Herrn B., Leiter der Station, liebevoll aufgenommen.

Fritzi hat ein neues Zuhause gefunden und die Futterkiste gehört wieder ganz den Katzen!

 

Neues von Fritzi – Fritzi im Glück

Fritzi fühlte sich im Frettchenasyl Brüggen nicht nur gleich pudelwohl – es verliebte sich!

Ihr Auserwählter ist Benji, ein schöner großer Rüde. Er ist wesentlich größer als die zierliche Fritzi; aber Fritzi hat das Kommando in der Partnerschaft übernommen.

Das zierliche Aussehen Fritzis führte dazu, dass sie wesentlich jünger geschätzt wurde, als sie ist. Anfang April nämlich kam sie in die Ranz. Von der Kastration, die danach erfolgte, hat sie sich so gut erholt, dass sie gemeinsam mit Benji am 01.05.2011 vermittelt werden konnte.

Wir wünschen Fritzi und Benji ein wunderschönes Leben in ihrem neuen Zuhause!

Wie wir erfahren haben, wurden Fritzi und Benji zu einem bereits vorhandenen Pärchen vermittelt. Fritzi hat das Oberkommando über das Viererteam! Klein, aber oho! Wer hätte gedacht, dass Fritzi solche Führungsqualitäten besitzt!

Nähmen doch alle Tiergeschichten so ein glückliches Ende!

(von Monika Janssen)